Ein Sprachrohr für Bornheimer Eltern

Von Uli Kreikebaum, 17.12.08, 18:31h, aktualisiert 22.12.08, 09:27h
Väter und Mütter von elf Schulen gründen Stadtschulpflegschaft. Mit gebündelter Kraft wollen Stadt und Bürger die Entwicklung der Bornheimer Schulen gestalten.


In Bornheim wurde jetzt eine Stadtschulpflegschaft gegründet. Ziel ist eine intensiverer Vernetzung von Eltern, Lehrern, Schülern, Unternehmern, Politikern und Verwaltung. Die Kletterwand in Uedorf wurde von RWE gesponsort.
Bornheim - Pisa- und Iglu-Studie, achtjähriges Gymnasium und Ganztag, leere öffentliche Kassen und große Hoffnungen: Selten war der Druck auf Schüler, Lehrer und Eltern höher als heute. Die Stadt Bornheim und ihre Bürger reagieren auf die massiven Veränderungen der Schullandschaft, indem sie sich nicht auf die Fürsorge von Land und Bund verlassen: Lehrer, Eltern, Schüler, Arbeitgeber, Politiker und Verwaltung werden sich im kommenden Jahr zu Zukunftswerkstätten treffen. Zudem haben die Eltern von elf Schulen gestern offiziell eine Stadtschulpflegschaft gegründet.

Man wolle mit der Zukunftswerkstatt auf die veränderten Bedingungen reagieren, sagt Schuldezernent Markus Schnapka. Schon bald würden alle Bornheimer Schulen verbindlich ganztags unterrichten. „Darauf und auf die demografische Entwicklung müssen wir die Antworten finden.“ Die Werkstätten, für die sich die Bornheimer Schulleiter starkgemacht haben, nennt Schnapka „ein Projekt mit Pioniercharakter für den ganzen Kreis“.

Weniger innovativ, aber aus der Sicht der Beteiligten nicht weniger hilfreich ist die Gründung der Stadtschulpflegschaft. Eltern von elf Schulen bündeln die Interessen der Schulen gegenüber der Stadt. Zu den Themen zählen Sportstättenmangel und Nahverkehr, die Eltern wollen sich für eine neue Anlaufstelle für Drogenabhängige einsetzen und Ideen für Projekte und Fördermöglichkeiten austauschen.

„Wir wollen uns intensiv vernetzen, um das Schulleben über ein gemeinsames Sprachrohr aktiv mitzugestalten“, sagt Frank Müller (Europaschule), Vorsitzender der Gruppe. Auch die zwei katholischen Schulen, bisher noch nicht integriert, seien „herzlich eingeladen“.

Dass das „Engagement der Eltern die wichtigste Voraussetzung“ sei, um eine starke Stimme zu erhalten, betonte Müllers Vertreterin Friederike Reidick (Alexander-von-Humboldt-Gymnasium), die die Elterninteressen künftig auch im Schulausschuss vertritt. „Wir bekommen den gewaltigen Druck für die Schüler hautnah mit“, sagt Beisitzerin Christine Rönker (Hauptschule Merten). „Indem wir aktiv das Schulleben mitgestalten, können wir helfen, unseren Kindern ein bisschen Druck zu nehmen.“

(Quelle: KSTA: http://www.euskirchen-online.ksta.de)